Die Dreieichbahn bei Frankfurt am Main / Germany
Historie | 50 Jahrfeier | 100 Jahrfeier | Modernisierung

Home | Modernisierung


 

25.09.1983

Die Dreieichbahn taucht in der schwarzen Liste der Bundesbahndirektion auf, in der 1152 Schienenkilometer zur Stilllegung angedeutet werden. Sie wird damit von der Bundesbahn und dem FVV abgeschrieben und zur Einstellung frei gegeben.

1983

Die Stadt Dreieich beweist mit einem Gutachten die Notwendigkeit, die Strecke zwischen Buchschlag und Ober Roden, weitergeführt bis Dieburg, zu erhalten.

1983

Die Interessengemeinschaft Dreieichbahn (IGDB) um Alex Müller gründet sich. Sie setzt mit den Politikern aus den Kreisen Offenbach und Darmstadt-Dieburg alle Hebel an, um ein Gutachten auf den Weg zu bringen. Das Resultat: Besserer Service erhöht auch die Fahrgastzahlen.

Herbst 1984

Nachdem die kommunalen Vertreter direkt mit der Bahn verhandelten, sollen sich diese an dem jährlich zu erwartenden Betriebsdefizit von 205 TEuro beteiligen.

1988

Erste Planungen zur Modernisierung der Strecke. Die Bahn verlangt von den Kommunen eine Beteiligung an der Finanzierung des Schienenverkehrs.

10.04.1992

Bei dem Präsidenten der Bundesbahndirektion Dr. Jürgen Kastner fand sich der SPD-Stadtverordnete Kurt Krummholz zur Diskussion über den ÖPNV ein. Dieser wollte wissen, wann der Taktverkehr eingeführt wird und neue Fahrzeuge zum Einsatz kommen. „Die Vorplanungen zur Verbesserung auf der Dreieichbahn sind bei der Bundesbahndirektion abgeschlossen und liegen in der DB-Zentrale zur Entscheidung vor“. Sofern den Vorschlägen zugestimmt wird, wird der Taktverkehr allerdings erst eingeführt, wenn die S-Bahn nach Ober-Roden und Darmstadt rollt. Dann sollen auch komfortablere Waggons eingesetzt werden.

22.07.1992

Die Deutsche Bundesbahn will die Dreieichbahn gemeinsam mit den Anliegergemeinden Dreieich, Rödermark, Eppertshausen, Münster und Dieburg bis 1997 modernisieren und die Kommunen an den Investitionskosten von ca. 17,4 Mio. Euro beteiligen. Die Gemeinden sollen 12,5 % der Baukosten übernehmen. Hierfür sind etwa 9,7 Mio. Euro errechnet worden. Nicht enthalten sind Lärmschutzmaßnahmen, P+R-Anlagen etc. Der Kauf von vier neuen Zügen soll ca. 7,7 Mio. Euro kosten. Nach der Modernisierung wird mit doppelt so vielen Benutzern, mit 4500 Pendlern gerechnet.
Dreieichs Bürgermeister Bernd Abeln äußert sich enttäuscht darüber, dass die Bahn beabsichtigt, den Taktverkehr erst 1997 und nicht wie von der Stadt Dreieich gefordert, zum Fahrplanwechsel 1993/94 einzuführen. Während der Hauptverkehrszeit zwischen 5:30 Uhr und 8:30 Uhr sowie zwischen 16 und 20 Uhr sollen die Züge im 20-Min. Takt von Buchschlag nach Urberach fahren. Die Fahrt soll dann im 40-Min. Takt nach Dieburg fortgesetzt werden. Zur übrigen Zeit soll die Bahn stündlich fahren.
Den Wunsch der Stadt Dreieich, den zusätzlichen Haltepunkt Weibelfeldschule einzurichten, will die Bundesbahn in ihrer Überlegung aufnehmen.

19.12.1992

Der Magistrat von Rödermark hat eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die zeigen soll, ob P+R-Plätze in Urberach geschaffen werden können. Diese Untersuchung ist notwendig, um nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) Zuschüsse beantragen zu können.

Dezember 1992

Insider kennen ihn schon, nun ist der DB-Plan der Verantwortlichen öffentlich: Der Taktverkehr für die Dreieich-bahn soll schon in Urberach enden. Aussteigen, 10 Min. warten und wieder einsteigen – obwohl das Gleis für den Begegnungsverkehr sowieso gebaut werden muss.

10.01.1993

Die Stadt Rödermark bekräftigt gegenüber der DB-Direktion noch einmal ihre Forderung, den 20-Minuten-Takt bis nach Ober Roden weiterzuführen. „Der Magistrat könne nicht akzeptieren, wenn Züge zwischen Buchschlag und Urberach alle 20 Minuten fahren, von Urberach nach Ober Roden nur alle 40 Minuten“, so erster Stadtrat Alfons Maurer. „Die Stadt Rödermark fordert hiermit die DB auf, den 20-Minuten-Takt auf der Dreieichbahn zum Fahrplanwechsel 1997 mindestens nach Rödermark / Ober Roden weiterzuführen“, hieß es in einer Stadtver-ordnetenversammlung. Die laufende Wirtschaftlichkeitsuntersuchung der DB halten die Stadtverordneten für unzulänglich, da nur die zugrunde liegende Planung des 20-Minuten-Taktes von Urberach nach Frankfurt-Süd berücksichtigt sei.

03.03.1993

Die Bahn will den Triebwagen VT 628 einsetzten. Darauf sind die baulichen Vorschläge abgestimmt: 50m lange Bahnsteige, 55cm hoch Bahnsteigoberkanten.
Die Stadt Dreieich will Bahnsteiglängen von je 100m und diese 76cm hoch. Sie möchte dafür gerüstet sein, dass auch lokbespannte Züge, z.B. eine S-Bahn, eingesetzt werden kann. Der Magistrat fordert die Bahn ferner auf, folgende Punkte bei der Planung zu berücksichtigen:

  • Alle Stationen sollen für Fahrgäste mit Rollstühlen oder Kinderwagen gut erreichbar sein.
  • Die Dreieichbahn soll nach Frankfurt weitergeführt werden, ohne dass in Buchschlag umgestiegen werden muss, da nur so die Fahrgäste diese Verkehrsanbindung akzeptieren.
  • Der Zugverkehr muss mit dem Busverkehr verknüpft werden.
  • An der Weibelfeldschule soll ein zusätzlicher Haltepunkt aus nördlicher Richtung eingerichtet werden.
  • Unter der Autobahn soll eine P+R-Anlage für rund 20 Autos und eine B+R-Anlage für rund 25 Fahrräder gebaut werden.

Die Bahn hat auf dem Gebiet der Stadt Dreieich folgende Stationen vorgesehen: Bf Buchschlag/Sprendlingen, Bf Sprendlingen, Bf Dreieichenhain, Bf Götzenhain, Bf. Offenthal.
Wichtig ist der Stadt, dass der Bf Offenthal mehr zum Ort hin verlegt würde. Gedacht ist an einen Standort im Bereich der alten Rheinstraße zwischen den beiden Baugebieten Borngarten und Birkenau, wo eines Tages sehr viele Menschen leben würden.

05.08.1993

Der Geschäftsführer der in der Gründungsphase steckenden RMV, Volker Sparmann, erklärt in Dreieich, von 1997 an, während des Berufsverkehrs, sollen Züge im 20-Minuten-Takt, in den anderen Zeiten im 30-Minuten-Takt von Buchschlag über Ober Roden nach Dieburg fahren. Statt bisher 41 Züge täglich, sollen mindestens 61, vielleicht sogar 72 Züge auf der Dreieichbahn eingesetzt werden. Statt bisher 900 Fahrgäste täglich, sollen nach Berechnungen des RMV dann 2000 bis 2500 Fahrgäste befördert werden.
Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion Matthias Kurth erklärt, dass noch Investitionen von 10 Mio. Euro sowie 7,7 Mio. Euro für neue Triebfahrzeuge aufzubringen sind. Hiervon übernimmt das Land 80% der Kosten. Den Rest (etwa 3,6 Mio. Euro) müssen die anliegenden Gemeinden sowie die Kreise Offenbach und Darmstadt-Dieburg beisteuern.

Im September sollen die Finanzierungsverhandlungen beginnen

20.08.1993

Der in der Gründungsphase befindliche Rhein-Main-Verkehrsverbund RMV schlägt vor, die Züge auf der Dreieichbahn von Buchschlag über Ober Roden nach Dieburg im 30-Minuten-Takt fahren zu lassen.

20.01.1994

Vertreter der Bahn AG, hessischem Wirtschaftsministerium, RMV sowie der betroffenen Kommunen und der Kreise Offenbach und Darmstadt-Dieburg treffen sich zu einem Gespräch über die Modernisierung der Dreieichbahn.
Dazu müssen teilweise die Bahnhöfe ausgebaut, Signale umgerüstet und schienengleiche Übergänge gesichert werden.

Die Bahn hat schriftlich eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung sowie die genauen Baukosten vorgelegt. Im Februar soll die Finanzierung geklärt werden, so dass die Bahn mit der Planfeststellung beginnen kann. Für die Arbeiten an der Strecke und den Haltepunkten seien 11,2 Mio. Euro nötig. Hinzu kämen 8,7 Mio. Euro für vier Triebfahrzeuge des Typs „VT 628“. Nach der Untersuchung ergäben sich Folgekosten in Höhe von 190 TEuro, die zwischen den beteiligten Kommunen und Landkreise aufgeteilt werden müssten.

Die Stadt Dreieich hat eine Erhöhung der Bahnsteige von 55 auf 76 cm verlangt, um den Zugang für Behinderte und Rollstuhlfahrer zu erleichtern. Zu den Wünschen gehöre auch eine einheitliche Bahnsteiglänge von 100m, sowie ein zusätzlicher Haltepunkt in der Nähe der Weibelfeldschule.

Um den Anreiz zum Umsteigen zu erhöhen, sollten zusätzlich Züge bis nach Frankfurt durchfahren, ohne dass Pendler in Buchschlag auf die S-Bahn umsteigen zu müssen.

04.02.1994

Der Ausbau wird immer mehr zum Spiel mit vielen Unbekannten. Ständig werden neue Karten aufgedeckt. So nun der RMV: Statt eines 20-Minuten-Taktes während der Hauptverkehrszeit und eines 40-Minuten-Taktes zu den restlichen Zeiten, setzt er plötzlich auf einen 30-Minuten-Takt den ganzen Tag. Entsprechend laut protestierten die Bürgermeister aus den Gemeinden entlang der Strecke.
Für den Umbau der Bahnhöfe in Ober Roden und Urberach wollen Bahn und RMV 1,1 bzw. 1,2 Mio. Euro investieren. Die Kosten für die P+R‑Anlagen, in Urberach alleine 460 TEuro, sind darin allerdings noch nicht enthalten. Dort soll nach dem Planungsstand das zweite Gleis verschwinden, was der Bürgermeister Walter Faust für „Unsinn hoch drei“ hält: „Rödermark werde sich gegen den Abbau wehren, denn dann wären die Züge die im Abstand von 20 Minuten fahren, nur noch Utopie. Zumal dafür der Abschnitt zwischen Ober Roden und Urberach zweigleisig ausgebaut werden müsste.

13.04.1994

Der Verband „Pro Bahn“ klagt, dass zum Fahrplanwechsel Ende Mai bei der Dreieichbahn alles beim Alten bleibe, vielleicht sogar noch ein wenig schlechter. Was Alex Müller vom Fahrgastverband bemängelt, ist die Tatsache, dass es bis zur Aufwertung der Linie keinen Fahrplanverbesserung geben wird. Herr Müller zählt zu den dringlichsten Verbesserungen einen zusätzlichen Zug nach Frankfurt, welcher gegen 8:15 Uhr im Hbf ankomme und eine Verbindung ohne Umsteigen um 16:15 Uhr von Frankfurt nach Ober Roden.

Die Finanzierungsverhandlungen zwischen Bahn, RMV und dem Land sollen Ende April abgeschlossen sein. Übereinstimmend zwischen der Bahn und dem Dreieicher Magistrat soll der Bedarf der P+R-Stellplätze auf 100 reduziert werden. Die Bahn plante 135, die Dreieicher gar 200.

13.07.1994

Nachdem die Kosten-Nutzen-Analyse für die Aufwertung der Dreieichbahn positiv ausgefallen ist, ist das Projekt als förderungsfähig anerkannt worden. Etwa 85% der Investitionskosten werden vom Land Hessen über-nommen. Nach Auskunft vom Geschäftsführer der Offenbacher Kreis-Verkehrsgesellschaft KVG, Ralf Scholz, stehen die Landesmittel bereit. Das Land will den Finanzierungsvertrag unterzeichnen.

Der RMV, die KVG, die Bahn AG und die anliegenden Städte und Gemeinden sind gerade dabei, die letzten Feinheiten festzulegen. Unklar sei, so der Pressesprecher der Bahn, Walter Henss, noch wie lang und wie hoch die Bahnsteige werden sollen. Auch stehe noch nicht fest, ob die Bahnhöfe im Besitz der Bahn bleiben oder an die jeweiligen Kommungen verkauft werden.

Der RMV schlägt in einem Entwurf vor, in einem 30-Minuten-Takt zu fahren und in den Spitzenzeiten sollen zusätzlich zwei durchgängige Zuge von und nach Frankfurt einzusetzen. Der Fahrplan sieht vor, dass montags bis freitags zwischen 5 und 20 Uhr alle 30 Min. eine Bahn fährt, von 20 bis 23 Uhr jede Stunde. Samstags fahren die Züge zwischen 7 und 14 Uhr halbstündlich, danach bis 23 Uhr im Stundentakt. Sonn- und Feiertags sollen von 8 bis 23 Uhr alle 60 Min. Züge verkehren.

Zusätzlich sollen zwei durchgehende Züge um 7:15 Uhr und um 7:45 Uhr im Frankfurter Hbf einfahren.

Weiterhin sollen die Wartezeiten in Buchschlag, so der RMV-Pressesprecher Peter Vollmer, durch Abstimmen der Taktzeiten reduziert werden. Die Bahnfahrten sollen von täglich 11 Zügen auf 38 Fahrten ansteigen.

01.11.1994

Beigeordnete der Kreise Offenbach und Darmstadt-Dieburg und Vertreter der Bahn sprachen über Finanzierungsfragen. Die Bahn hat wegen schwieriger Berechnungen noch keine Kostenaufschlüsselung vorlegen können. Unklar sei die Höhe des Landeszuschusses. Von den Kosten, die auf Dreieich und Rödermark zukommen, zahle der Kreis die Hälfte. Am 6.12.1994 wolle man sich erneut zusammensetzen, dann will die Bahn die Kosten ermittelt haben und man wird abzüglich des Landeszuschusses über deren Aufteilung sprechen.

07.11.1994

Reinhard Nostadt will gemeinsam mit fünf anderen Hobbyhandwerkern die Nordseite des Urberacher Bahnhofs verputzen, da dies ein Schandfleck ist und der Putz von der Wand blättert.

„Wir sind grundsätzlich am Erhalt interessiert“, sagt Rödermarks Bürgermeister Alfons Maurer. „Ein solches Gebäude reise man nicht einfach ab, schon wegen der Erinnerungen, die viele Urberacher damit verbinden“. „Allerdings muss der Preis auch stimmen“, so Maurer. Wie Maurer mitteilt, steht allerdings fest, dass in Urberach ein überdachter Warteraum mit Fahrkartenautomat entstehen wird. Dies könne eine neue Stahl-konstruktion sein, oder auch das alte Bahnhofsgebäude. Geplant ist auch eine neue Unterführung unter den Schienen.

07.12.1994

„Außerordentlich unbefriedigend“ nennt Kreisbeigeordneter Armin Muth (CDU) die Tatsache, dass die Bahn AG die KVG und die Städte Rödermark und Dreieich zu einem Gespräch mit dem RMV und dem hessischen Verkehrsministerium ausgeladen hatte. Er vermutet dafür die fehlende Kostenberechungen bei der Bahn.

Der Pressesprecher der Bahn, Walter Henss, erklärt die Ausladung damit, dass der Hauptgeldgeber, das hessische Verkehrsministerium und der RMV, erst grundsätzliche Fragen klären wollten.

28.12.1994

Die ins Stocken geratenen Verhandlungen über die Finanzierung der Betriebskosten für die Dreieichbahn waren Thema eines Gespräches, das der Staatssekretär im hessischen Verkehrsministerium, Matthias Kurth (SPD), mit dem Geschäftsführer des RMV, Volker Sparmann, und dem für den Nahverkehr zuständige Vorstands-mitglied der Bahn AG, Klaus Daubertshäuser, geführt hat. Geklärt werden muss, wie viel wer für den Betrieb bezahlen muss. Das Land wird laut Kurth die geschätzten Kosten für den Ausbau der Infrastruktur (Gleiskörper, Bahnsteige, Bahnhöfe) mit rund 14,8 Mio. Euro bezuschussen.

27.01.1995

Nachdem sowohl Fahrplan als auch der Ausbau fest stehen, ist noch immer Unklar, wie das Defizit aus dem Betrieb der Bahnstrecke verteilt wird. Die Bahn, der RMV und das hessische Verkehrsministerium haben ihren Entwurf eines Finanzierungsvertrags vorgestellt. Danach soll der Verlust des Betriebs mit den Investitionskosten verrechnet werden, die vom Land, den Kreisen Offenbach und Darmstadt-Dieburg sowie den Anliegerkommunen getragen werden.

Im Auftrag des RMV wird die Bahn den Fahrbetrieb übernehmen. Dabei werden voraussichtlich 3,1 Mio. Euro pro Jahr zugeschossen werden müssen. Der Vertragsentwurf sieht vor, dass die Bahn zunächst für die ersten sechs Jahre davon 1 Mio. Euro erlässt. Das Land will eine weitere Mio. übernehmen. Für Kreis und Kommunen bleibt noch 1 Mio. übrig.
“Hierüber wird es noch reichliche Diskussionen geben“, sagt Dreieichs Bürgermeister Abeln (CDU). Schließlich sei er bislang davon ausgegangen, dass seine Kommune für den Betrieb überhaupt nichts bezahlen müsse.

08.02.1995

Hinsichtlich des Betriebskostendefizits zeichnet sich eine Lösung ab. Der RMV hat neu gerechnet: durch das verbesserte Leistungsangebot seien künftig mehr Fahrgäste zu erwarten. Damit könne man die Mehrein-nahmen mit ca. 613 TEuro höher veranschlagen. Der RMV ist bereit, diesen Betrag mit dem von der Bahn berechneten Defizit von 2 Mio. Euro jährlich zu verrechnen. Weiterhin sind für Land, Kreis Offenbach und die Gemeinden nicht jeweils 1 sondern nur jeweils 511 TEuro zur Abdeckung des Betriebskostendefizits bereitzustellen.

18.08.1995

Staatssekretär Matthias Kurth (SPD) vom hessischen Ministerium für Wirtschaft und Verkehr teilt mit, dass noch im August der Vertragsentwurf für den Betrieb den Gemeinden vorgelegt werden soll.

27.10.1995

Bürgermeister Bernd Abeln teilt dem Stadtparlament Dreieich mit, dass der Vertragsentwurf für die Dreieichbahn dem Magistrat vorliegt. Dieser muss nun beraten werden, wobei es auch um die Frage geht, ob die geplanten Umgehungsstraßen für die Stadtteile Sprendlingen, Götzenhain und Offenthal vom Vertrag betroffen sind.

02.11.1995

Staatssekretär Matthias Kurth (SPD) teilt mit, dass der Vertrag über den Ausbau der Dreieichbahn aus Landessicht unterschriftsreif sei.

30.11.1995

Wenn am 29.11. der Kreistag in Offenbach und wenig später der des Kreises Darmstadt-Dieburg zustimmt, ist der Vertrag über die Finanzierung des Dreieichbahn-Ausbaus endlich unterschriftsreif. Landrat Josef Lach (SPD) geht davon aus, dass das Papier Mitte Dezember unterzeichnet wird. Bei den Verhandlungen musste aufs Tempo gedrückt werden, weil die von Bund und Land versprochenen Zuschüsse angesichts leerer Kassen nächstes Jahr vielleicht nicht mehr geflossen wären. Wenn der Vertrag steht, ist dies auch das Startsignal für die Bauarbeiten entlang der Strecke.

19.12.1995

Nach mehrjährigen Vorbereitungszeiten ist der Finanzierungsvertrag im Sprendlinger Bürgerhaus unterzeichnet worden, der Ausbau soll im Frühsommer 1996 beginnen, im Sommer 1998 soll die Dreieichbahn ihren Betrieb aufnehmen.

„Die Fahrt dieses Zuges kann nicht mehr gestoppt werden, auch wenn die finanzielle Lage schlechter werden sollte“, sagte Matthias Kurth (SPD), Staatssekretär im hessischen Verkehrsministerium. An der Unterzeichnung nahmen neben Kurth, Jürgen Kastner von der Deutschen Bahn AG, Hans-Jürgen Braun (Bündnis90/Die Grünen) Volker Sparmann, Geschäftsführer des RMV und Josef Lach (SPD), Landrat des Kreises Offenbach, teil.

Das Land übernimmt von den 17,1 Mio. Euro Investitionskosten 87,5%, die Landkreise Offenbach und Darmstadt-Dieburg teilen sich die verbleibenden 12,5%, wobei der Kreis Offenbach wegen dem größeren Streckenanteil die Hauptlast trage. Hinzu komme die Verpflichtung des Kreises Offenbach, das jährliche Betriebskostendefizit von etwa 511 TEuro zu übernehmen.

15.03.1996

Die Stadt Dreieich führt intensive Gespräche mit Vertretern des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), der Verkehrsgesellschaft Untermain (VU) und den Stadtwerken zur Gestaltung des Umfelds der Dreieicher Bahnhöfe.

Was die Sicherung der fünf vorhandenen Bahnübergänge angeht, sind diese bis zur Inbetriebnahme mit Lichtzeichenanlage, Halbschranke und Akustiksignal auszustatten. Die Stadt fordert im Einzelnen:

  • Waldweg Hainer Trift in Buchschlag: Lichtzeichenanlage und Halbschranke
  • Fußweg Landsteinerstraße: Lichtzeichenanlage und Halbschranke
  • Feldweg Offenthaler Weg in Götzenhain: Lichtzeichenanlage
  • Feldweg Rheinstraße in Götzenhain: Lichtzeichenanlage und Halbschranke
  • Feldweg Werner-von-Braun-Straße in Offenthal: Lichtzeichenanlage

Weiterhin hat die Stadt eine Überprüfung gefordert, ob in Offenthal im Bereich Alte Rheinstraße langfristig ein zusätzlicher Haltepunkt geplant werden kann.

20.07.1996

Die Verwaltungen von Dreieich und Rödermark bemängeln bei der Bahn den jämmerlichen Zustand der Bahnhöfe entlang der Strecke. Die Bahn verweist auf leere Kassen. Vom Geschäftsbereich Personenbahnhöfe ist zu erfahren, dass kleinere Reparaturarbeiten sowie Aufräumarbeiten in nächster Zeit durchgeführt werden sollen. Die Stadt Rödermark hat einen formellen Kaufantrag für den Urberacher Bahnhof gestellt. Bundestagsabgeordneter Wolfgang Steiger erfuhr nach Anfrage, dass „Die Verwendungsprüfung für das Gelände noch nicht abgeschlossen sei“. Angedacht war ein Haus der Vereine.

Bürgermeister Maurer erinnert weiterhin daran, dass die Bahn in Aussicht stellte, das Gelände um den Bahnhof Urberach für Parkflächen kostenfrei zu überlassen. Dies wurde nun dementiert: „Aus wirtschaftlichen Gründen könne das Gelände nicht zum Nulltarif zur Verfügung gestellt werden“. Das Angebot: Die Stadtverwaltung könne den P+R-Platz anmieten – für 17.200 Euro pro Jahr.

29.08.1996

RMV-Geschäftsführer Sparmann ist stolz darauf, dass die Haltepunkte den Namen der Stadt (Dreieich bzw. Rödermark) im Namenszug tragen. Was allerdings mit den alten Bahnhöfen geschehen wird, konnte er nicht sagen. Die Bahnsteige werden 120m lang, 3m breit und 55cm hoch. „Die Bahnhöfe benötigen wir dazu gar nicht“, so Sparmann.

Fraglich ist noch, welche Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Die schweren Dieselloks sollen es nicht sein. Probefahrten des RMV mit dem „Regio-Sprinter“ wurden schon unternommen. Der Leichttriebwagen „Talent“ soll Mitte September getestet werden. Klar ist, die Bahn wird schneller: statt aktuell 60 km/h wird künftig mit 80 km/h gefahren.

05.11.1996

Einziger Lichtblick der Dreieicher Bahnhöfe ist der Buchschlager. Die Bauarbeiten sind in vollem Gange. Die Planung sieht eine großzügige Gestaltung des Bahnhofsgeländes in Höhe von 614 Teuro vor. Konzipiert sind neue Bahnsteige mit behindertengerechten Zuwegen, ein großer Busbahnhof und P+R-Stellplätze sowie ein Biergarten und ein Spielplatz.

Die CDU-Fraktion im Ortsbeirat Dreieichenhain hat einen Antrag eingebracht, mit dem der Magistrat aufgefordert wird, zu prüfen, wie viele Parkplätze gewonnen werden könnten, wenn die Gleise am Bahnhof Dreieichenhain verlegt würden.

05.12.1996

Am neu zu bauenden Haltepunkt Weibelfeld wird mit dem ersten Spatenstich der Startschuss für die Modernisierung der 23,5 km langen Dreieichbahn gegeben. Dreieichs Bürgermeister Bernd Abeln, Staatssekretär Matthias Kurt, Dr. Jürgen Kastner, Konzernbeauftragter der Bahn AG sowie Landrat Josef Lach griffen zum Spaten. Die eingleisige Trasse zwischen Dreieich-Buchschlag und Dieburg soll Mitte 1998 für eine Zuggeschwindigkeit von 80 km/h ausgelegt werden. Dazu sollen die Kurven vergrößert und Erhöhungen eingebaut werden. Bestandteil der 17,1 Mio. Euro teuren Modernisierung sei der zusätzliche Haltepunkt Weibelfeld in Dreieichenhain und neue Bahnsteige in Eppertshausen sowie Offenthal. Die Haltestellen der übrigen Orte sollen auf den neusten S-Bahn-Stand gebracht werden, hieß es. Zu den Kosten kommen noch 5,8 Mio. Euro für den Kauf neuer Fahrzeuge sowie 2,76 Mio. Euro für die Bauplanung und die Verwaltungskosten

28.11.1997

Die Fahrzeuge vom Type VT 628 werden nur ein kurzes Gastspiel geben, wenn ab Fahrplanwechsel im Mai die Züge der Dreieichbahn im 30-Minuten-Takt unterwegs sind. Die Fahrpläne sind noch nicht gedruckt, die Bahn weiß noch nicht, wie groß die Zeitersparnis auf der Strecke von Buchschlag nach Dieburg sein wird.

Die neuen Fahrzeuge Type VT 642 „Regio-Sprinter“ von der Firma Duewag, ein Unternehmensbereich der Siemens Verkehrstechnik, sollten ab Mai fahren. Aber die 5,8 Mio. Euro hohe Bestellung der Bahn für die vier Triebzüge ging bei der Firma Duewag etwas zu spät ein. Diese veranschlagen einen Zeitraum von zwei Jahren für Planung, Entwicklung und Auslieferung. Bisher existieren sie lediglich als Modell. Die Konstrukteure fanden Platz für ein WC, Heizung und Klimaanlage. Nur durch eine Glasscheibe getrennt, kann der Fahrer im Spiegel künftig bequem das ganze Fahrzeug übersehen, ein Plus an die Sicherheit.

21.03.1998

Die Bürger Dreieichenhains wollen mit hundert oder mehr Personen eine Sitzblockade am Bahnübergang Maienfeldstraße errichte, wenn die Bahn sich weiter weigert, den BÜ mit einer Blinklichtanlage zu sichern.

18.05.1998

Dreieichs Bürgermeister Bernd Abeln (CDU) berichtet, dass der Buchschlager Bahnübergang, der bereits mehr als 40 Minuten pro Stunde unpassierbar ist, mit dem neuen Fahrplan werden die Schließzeiten auf 56 Minuten pro Stunde erhöht.

20.05.1998

Die Bahn AG bittet geladene Gäste zur Sonderfahrt vom Bahnhof Buchschlag aus. Mit dabei: der hessische Verkehrsminister Lothar Klemm (SPD), DB-Vorstandsmitglied Klaus Daubertshäuser, RMV-Geschäftsführer Volker Sparmann, Peter Walter (Landrat Kreis Offenbach), Alfred Jakoubek (Landrat Kreis Darmstadt-Dieburg), die Bürgermeister der Anreiner-Kommunen und zahlreiche weitere Vertreter des öffentlichen Lebens.

24.05.1998

Zum Fahrplanwechsel nimmt die modernisierte Dreieichbahn ihren Betrieb auf. Während die Züge von 8 bis 20 Uhr im 30-Minuten-Takt rollen und die Mitfahrt kostenlos ist, gibt es an den meisten Bahnhöfen entlang der Strecke Feste.

Die P+R-Anlage in Urberach mit 111 Parkplätzen und 40 überdachten Fahrradabstellplätzen wird um 14 Uhr von Bürgermeister Alfons Maurer und der ersten Stadträtin Margot Süß offiziell seiner Bestimmung übergeben.

In Ober Roden gibt es im Bereich der Bahnsteige ca. 60 P+R-Stellplätze.

Volker Sparmann (Geschäftsführer des RMV) erwartet 700 Neukunden, womit die Zahl der Fahrgäste sich auf 4500 erhöhen würde.

03.06.1998

Weil der Halb-Stundentakt nicht eingehalten werden kann, kommt unter den Pendlern Unmut auf. Noch ist nicht klar, ob es am zu knapp gemessenen Fahrplan liegt, oder ob technische Probleme der Grund dafür sind, dass etliche Züge teilweise erheblich verspätet unterwegs sind. Dies führt dazu, dass die Pendler in Richtung Frankfurt in Buchschlag nicht mehr in die S-Bahn umsteigen können. Sowohl Alex Müller, Geschäftsführer der IG Dreieichbahn, als auch der Sprecher der Kreisverkehrsgesellschaft Böttcher sind sich einig, dass zu wenig Testfahrten durchgeführt wurden, die Technik (Signale und Schranken) zu träge reagieren und die Wende in Buchschlag zu lange dauert. Weiterhin wird kritisiert, dass die Triebfahrzeuge zu wenig Türen hätten, was zu verlängerten Aufenthaltszeiten in den Bahnhöfen führt.

10.05.1999

Mit 261 TEuro fördert das Land Hessen den Ausbau der Haltestelle „Dreieich-Weibelfeld“. Fahrgäste haben die Möglichkeit, in Linienbusse umzusteigen. Der Zuschuss ist dafür gedacht, die Bushaltestelle behinderten-gerecht auszubauen. Am Haltepunkt Weibelfeld der Dreieichbahn sollen außerdem 11 P+R-Stellplätze sowie 20 überdachte Fahrradabstellplätze entstehen.

06.02.2001

Zum Fahrplanwechsel am 10. Juni 2001 will die Deutsche Bahn AG zunächst drei, vom 1.10.2002 an insgesamt vier Diesel-Leichttriebwagen des Typs GTW 2/6 einsetzten. Damit sollen die Fahrzeuge vom Type VT 628 abgelöst werden. Der Einsatz der neuen Fahrzeuge war bereits für das Jahr 1999 angekündigt. Die Verzögerung wird mit Lieferschwierigkeiten begründet. Die Bahn AG wird die Triebwagen zunächst von der hessischen Landesbahn ausleihen müssen, der sie im Gegenzug drei andere Fahrzeuge zur Verfügung stellt. Es dauere noch eine Weile, bis die vier Triebfahrzeuge ausgeliefert werden. Das vierte Fahrzeug soll zur Reserve bereitstehen, kann aber auch in der Hauptverkehrszeit an einen der anderen Triebwagen gekoppelt werden.

Weil nun vier Triebfahrzeuge gekauft werden, stellt das Land weitere 358 TEuro, der Kreis Offenbach 296 TEuro und der Kreis Darmstadt-Dieburg 62 TEuro bereit.

Herr Sparmann (RMV) teilt mit, dass sich die Zahl der Fahrgäste von täglich 2800 im Jahre 1997 auf 5600 im November 2000 erhöht. Man sei fast vom eigenen Erfolg überholt worden. Der Landrat des Kreises Darmstadt-Dieburg, Herr Alfred Jakoubek (SPD) bezeichnet die Ausgabe von mehr als 26 Mio. Euro als „gut investiertes Geld“.

20.05.2003

Am Dieburger Bahnhof ist das veraltete Umfeld deutlich aufgewertet worden. Der zweite Bauabschnitt wird nach einer Bauzeit von einem Jahr abgeschlossen. Es entstand ein breiter und überdachter Zugang zu den Bahnsteigen. Ein gläserner Aufzug ermöglicht den barrierefreien Zugang. Die neue überdachte Fahrradabstellanlage bietet 142 Stellplätze, davon sind 24 abschließbare Boxen. Auf östlicher Seite wurde eine P+R-Anlage mit zunächst 16 Stellplätzen geschaffen, welche später auf 26 Plätze erweitert werden soll. Die Kosten beliefen sich auf rund 1,9 Mio. Euro. Dieburg hat einen Eigenanteil von 500 TEuro zu tragen, das Land fördert den Umbau mit voraussichtlich 1,4 Mio. Euro.

Im ersten Bauabschnitt war westlich des Bahnhofs eine P+R-Anlage mit 42 Stellplätzen entstanden, zugleich wurde das Bahnhofsvorfeld aufgewertet: Eine Grünanlage, vier Bushaltestellen, Taxi-Warteplätze und Kurzzeitparkplätze sind entstanden. Weiterhin saniert die Deutsche Bahn AG die Fassade des historischen Bahnhofs.

Im dritten Bauabschnitt werden die Bahnsteige angehoben. Die Zugänge zu den Inselbahnsteigen sollen ein Blindenleitsystem sowie weiterer Aufzüge bekommen. Danach soll mit dem Bau der Unterführung begonnen werden. Wenn der schienengleiche Bahnübergang beseitigt sei, würden auf der Ostseite weitere Parkplätze geschaffen. Die Baukosten aller drei Abschnitte belaufen sich auf 6,8 Mio. Euro, wovon die Stadt Dieburg 800 TEuro bezahlen muss.

 

[ Zum Seitenanfang ]