Die Dreieichbahn bei Frankfurt am Main / Germany
Link zur Stadt Rödermark
Historie | Güterverkehr

Home | Stationen | Rödermark-Ober Roden | Historie | Güterverkehr


Der Güterverkehr im Bahnhof Ober-Roden

Das Stumpfgleis vor der GA, sowie die Gleise 1 und 2 werden tagsüber für den Güterverkehr benutzt. Nachts werden auf Gleis 1 und 2 Reisezug-Garnituren abgestellt. Die Gleise 3, 4, 6 und 7 sind Abfahr-Gleise für Personenzüge und dienen teilweise zum nächtlichen Abstellen von Reisezügen; als Abstellgleise für Reisezüge werden ebenfalls über Nacht die Gleise 8, 9 und 10 gebraucht. Das Bw besteht aus Einfahr-Gleis mit Drehscheibe und 10-ständigem Lokschuppen, sowie 2 Abstellgleise. Eine Wagenwaschanlage und einen Rechteck-Lokschuppen gibt es nicht. Hier sind keine Lokomotiven stationiert; das Bw dient zur Übernachtung von fünf 212 und zum Betanken und Abstellen der 323 843. Heimat-Bw der Fahrzeuge ist Hanau, eine Darmstädter 212 ist auch dabei.

Doch jetzt zum eigentlichen Thema:

Werktäglich kommt gegen 6 Uhr ein Nahgüter-Zug von Offenbach in Gleis 2 an. Dieser Zug enthält Güterwagen für Götzenhain, Urberach, Ober-Roden, Eppertshausen, Münster, Nieder-Roden, Dudenhofen und Jügesheim, außerdem Expressgutwagen: eine doppelteilige „Leig-Einheit“ für Ober-Roden und einen Expressgutkurswagen für Dieburg. Güterwagen für Dieburg sind nicht dabei, sie werden von der Babenhausener Kleinlok zusammengestellt. Samstags sind keine Expressgutwagen dabei. Etwa eine Viertelstunde nach Einfahrt dieses Zuges beginnt die 323 843 ihre Arbeit. Zunächst werden die für Ober-Roden bestimmten Wagen aussortiert. Die Leig-Einheit wird zur Expressgut-Annahme geschoben, die Güterwagen an die Laderampe gedrückt. Der Rest wird in 3 Gruppen eingeteilt. In Gleis 12 an der GA kommen die Wagen für die Dieburger Strecke – Güterwagen für Eppertshausen und Münster – sowie der Expressgutkurswagen für Dieburg. Auf die hintere Hälfte von Gleis 1 kommen die Götzenhainer Wagen, auf die vordere Hälfte die Urberacher. In Urberach gibt es zwei große Fabriken mit Gleisanschlüssen, daher kommen für Urberach fast immer die meisten Wagen auf. In Ober-Roden stehen Industriegleise kurz vor dem Bau. In Gleis 2 schließlich kommen Wagen für die Offenbacher Strecke – Wagen für Nieder-Roden, Dudenhofen und Jügesheim. Vor einiger Zeit war auch noch eine Leig-Einheit für Jügesheim dabei.

Kurz vor 7 Uhr verlässt die Köf den Bahnhof in Richtung Jügesheim mit den Wagen aus Gleis 2.

Um 8.10 Uhr trifft in Gleis 7 der 2161 aus Frankfurt ein, Zuglok ist eine 212 (Bw Hanau). Sie fährt zum Gleis 1, befördert die Urberacher Wagen nach Gleis 4, umfährt den Zug über Gleis 6 und bringt ihn dann gegen 8.30 Uhr nach Urberach.

Eine halbe Stunde später kommt die Kleinlok aus Jügesheim zurück. Am Haken hat sie die Wagen, die sie 1 oder 2 Tage zuvor zugestellt hat und jetzt, in Nieder-Roden, Dudenhofen oder Jügesheim be- bzw. entladen, wieder abgefahren werden müssen. Diese Wagen werden in Gleis 2 abgestellt.

Anschließend hängt sie sich vor die in Gleis 12 bereitgestellten Güterwagen und fährt auf die Dieburger Strecke, um in Eppertshausen und Münster Güterwagen, in Dieburg den Expressgutwagen abzuliefern. Um viertel vor 10 Uhr kommt die 212 mit Wagen aus Urberach zurück, die sie dann den auf Gleis 2 stehenden Wagen beistellt. Die Lok fährt sogleich wieder los, um die Götzenhainer Wagen abzutransportieren. Etwa um 10.40 Uhr kommt sie mit in Götzenhain aufgenommenen Wagen zurück und bringt sie ebenfalls nach Gleis 2. Danach fährt sie gleich wieder an ihren in Gleis 7 stehenden Zug zurück, um ihn um 12.02 Uhr als 2166 nach Buchschlag-Sprendlingen zu fahren. Ungefähr gleichzeitig kommt die 323 843 mit Epperts-hausener und Münsterer Güterwagen zurück und transportiert sie, wie alle anderen, nach Gleis 2. Dann umfährt sie den auf Gleis 2 entstandenen Güterzug auf Gleis 3, bringt ihn dann um 11 Uhr nach Jügesheim und fährt anschließend nach Ober-Roden in den Schuppen. Zur gleichen Zeit hat eine 212, die auf der Strecke Offenbach-Dietzenbach im Güterverkehr tätig ist, auch einen Zug fertig gestellt und in Offenbach-Bieber deponiert. Von hier fährt sie leer nach Jügesheim, holt den von der 323 angebrachten Güterzug und hängt ihn an die in Bieber stehen gelassenen Wagen. Sodann fährt sie diesen „Doppelzug“ nach Offenbach Fbf. Wenn auf der Dietzenbacher Strecke das Güteraufkommen so stark ist, dass für die 212 die Zeit knapp wird, dann fährt die 323 ihren Zug gleich von Ober-Roden nach Offenbach durch. Die Kleinlok fährt jedoch nur Mo-Fr den in Ober-Roden aufgekommenen Güterzug ab. Samstags besorgt das eine 212, der Zug verlässt Ober-Roden dann erst um 15.12 Uhr und fährt immer bis Offenbach durch.

Aber wie kommen die Expressgutwagen wieder weg, wenn sie beladen sind? Ganz einfach: der Dieburger Expressgut-kurswagen gelangt mit dem Personenzug 4440 abends nach Ober-Roden zurück und wird der Leig-Einheit angehängt. Um 19.45 Uhr etwa verlässt der nun entstandene Expressgutzug den Bahnhof in Richtung Offenbach. Zuglok ist eine 211 des Bw Gießen.

Quelle: Fleischmann-Kurier 50/1973. Beitrag von Egmont Abraham (Ober Roden).

[ Zum Seitenanfang ]