Die Dreieichbahn bei Frankfurt am Main / Germany
Link zur Gemeinde Eppertshausen

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Die Gemeinde Eppertshausen hat 1998 das alte Empfangsgebäude von der Deutschen Bahn AG erworben. Der Kauf wird mit der Eröffnung der modernisierten Dreieichbahn am 24. Mai 1998 ab 10 Uhr gefeiert.

Am ehemaligen Bahnhof zweigte von der Dreieichbahn das Gütergleis zum ehemaligen Munitionsdepot Münster (Muna) ab.

1944 wurde die Zugverbindung zwischen Eppertshausen und der Einfahrt in den Wald von zwei P 47 Thunderbold angegriffen. Zur Muna gibt es viele Gerüchte und Erzählungen. So soll 1961 die Muna wärend der Kubakrise und zuletzt während des Golfkrieges noch einmal sehr stark genutzt worden sein und dutzende Munitionszüge heraus gerollt sein.

Eppertshausen bekommt einen Bahnhof

Das Industriezeitalter war angebrochen. Die neue Zeit ließ sich nicht mehr aufhalten. Die Eisenbahn setzte sich als Massentransportmittel sehr schnell durch. Auch in unserem Gebiet regten sich weit blickende Männer und versuchten, den Bau einer Eisenbahn zu erreichen.

Der erste Versuch wurde am 12. März 1872 unternommen. Die Gemeindevertreter von Dieburg, Dietzenbach, Groß-Zimmern, Münster und Offenbach richteten ein Gesuch an das Ministerium des Innern mit dem Anliegen, auf Staatskosten eine Eisen-bahn durch den Rodgau zu bauen. Eppertshausen wird in diesem Gesuch wohl genannt, aber unterschreiben wurde es von Eppertshausen nicht. Dieses Gesuch wurde vom Finanzministerium abgewiesen.

Erst fünf Jahre später fand sich wieder ein tatkräftiger Mann namens Alexander Weimann, der ein Komitee zum Bau einer Eisenbahnlinie von Dieburg über Ober Roden nach Offenbach ins Leben rief. Am 27. Mai 1877 wurde ein Gesuch an das Finanzministerium gesandt, dem Komitee die Erlaubnis zu erteilen, mit den Vorarbeiten für diese Bahnlinie beginnen zu dürfen. Dem Eisenbahnkomitee gehörten die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden an. Da das Finanzministerium viel Zeit brauchte, um das Ansuchen zu beantworten, wurden die Gemeindevorstände etlicher Gemeinden aktiv und reichten an die zweite Ständekammer eine gedruckte umfangreiche Eingabe mit dem Ersuchen ein, den Bau der Bahnstrecke Offenbach – Dieburg – Reinheim zu unterstützen. Der Bau der Bahnstrecke wurde damit begründet, dass diese Strecke auf sehr günstigen Geländeverhältnissen gebaut werden könnte, der Geländeerwerb sehr billig möglich wäre und viele Gewerbe-betriebe sich in diesen Ortschaften befänden, die eine Bahnanbindung benötigten.

Zwischenzeitlich war der Vorsitzende des Eisenbahnkomitees, Alexander Weimann, sehr rührig. Bei einer Sitzung von 20 Gemeindevertretern am 6. März 1881 in Offenbach konnte er mitteilen, dass sich das Bankhaus Merz für den Bahnbau interessiere, wenn die Gemeinden das Baugelände kostenlos zur Verfügung stellten und eine Garantie für 4% Zinsen übernähmen. Der Inhaber der Firma „Specialbureau für Projektierung und Bau normal- und schmalspuriger Secundärbahnen M. Paulsen in Siegen“ kam persönlich nach Offenbach am 28. März 1881, um sich an Ort und Stelle Einblick in die Verhält-nisse zu verschaffen.

Am 8. Juni 1881 erteilte endlich das Finanzministerium dem Eisenbahnkomitee die Erlaubnis, mit den Vorarbeiten beginnen zu dürfen. Diese Antwort hatte vier Jahre gebraucht, bis sie erteilt wurde. Das Komitee vergab den Auftrag sofort an das Specialbureau in Siegen.

Schon 1882 waren die Berechnungen des Ingenieurs Paulsen für die Eisenbahnlinie Offenbach-Dieburg-Reinheim fertig. Die Gemeinden hatten das Geld für die Unkosten dem Eisenbahnkomitee aus den Gemeindekassen zur Verfügung gestellt. Doch einige Gemeinden waren mit dieser Planung nicht zufrieden. Es gab immer wieder neue Änderungsanträge und neue Wünsche für den Verlauf der Streckenführung der neuen Eisenbahn. Auch der Gemeinderat von Eppertshausen gehörte zu den Unzufriedenen, obwohl schon am 28. März 1888 die Zustimmung des Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen für den Bau der Strecke zwischen Offenbach Tempelseemühle und Reinheim vorlag. Am 15. Mai 1888 kam es in der Sitzung des Gemeinderates zu einem neuen Beschluss. Nun setzte sich der Gemeinderat für den Bau der kürzesten Strecke über Ober Roden – Dietzenbach – Patershausen – Offenbach ein. Maßgeblich für diesen Beschluss scheinen Kostengründe gewesen zu sein. Aber dieser Beschluss des Gemeinderates von Eppertshausen konnte nicht durchgesetzt werden.

Nun bemühte man sich um die Zustimmung für die Einrichtung einer Haltestelle der neuen Eisenbahn. In dem Schreiben begründete der Bürgermeister die Notwenigkeit einer solchen Haltestelle auf dem Gelände der Gemeinde Eppertshausen. Der Gemeinderat trat jetzt für den Verlauf der Strecke Dieburg – Ober-Roden - Dietzenbach – Heusenstamm nach Offenbach ein. Er begründete die Errichtung einer Bahnstation damit, dass Eppertshausen 1200 Einwohner hätte, die fast aus-schließlich Gewerbe betrieben. Es gab 5 Kalk- und Ziegelbrennereien mit einem Umsatz von 300 000 bis 400 000 Mark an. Es existierten im Ort 22 Häfner mit zusammen 80 Arbeitern. Auch die 18 Butter- und Kartoffelhändler würden die Bahnlinie begrüßen. Außerdem arbeiteten damals bereits eine ganze Anzahl Arbeiter in Offenbach, denen die Bahn sehr zum Nutzen wäre.

Für die oben benannte Strecke erklärte sich der Bürgermeister bereit, das Gelände durch die Gemeinde kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Am 15. Mai 1892 tagte das Eisenbahnkomitee in Ober Roden. Diesmal wünschte man den Bau der Bahnlinie Offenbach – Dietzenbach – Dieburg mit einer Nebenlinie über Dudenhofen – Babenhausen. Aber trotz solcher neuen Wünsche mancher Gemeinden blieb es bei der festgelegten Trasse. Am 26. Oktober stimmte der Gemeinderat von Eppertshausen der kostenlosen Geländebeschaffung für den Bahnbau zu. Am 12. Februar 1894 wurde der Gemeindeverwaltung der Plan zum Bau der Eisenbahn zur Prüfung vorgelegt. Der Gemeinderat stimmte, ohne einen Änderungswunsch vorzubringen, dem Plan zu. Der Plan wurde in der Gemeinde öffentlich ausgelegt, um jedem Bürger die Gelegenheit zu geben zu prüfen, ob ihm durch den Bahnbau Nachteile entstünden. Auch aus der Öffentlichkeit kamen keine Einsprüche. Nachdem am 19. November 1894 auch noch die Zustimmung des Deutschen Reichsbahnamtes Berlin erlangt worden war, konnte der Eisenbahnbau beginnen. Im Jahre 1895 wurden die Stationsgebäude gebaut. Die Ausführung der Gebäude erfolgte nach ein und derselben Bauzeichnung. Nur in Eppertshausen und in einigen anderen Orten wurden wegen des hohen Grundwasserstandes die Gebäude etwas höher gelegt. Der alte Bahnhof Eppertshausen
Letzte Dampflok

Der Bahnbau schritt hurtig voran, da das Gelände den Arbeitern keine großen Schwierigkeiten bereitete. Schon am 30. September 1896 fand die Einweihung und die Inbetriebnahme statt. Der erste Zug fuhr um 10.18 Uhr von Offenbach ab. Auf allen Stationen hatten sich die Bewohner mit der Gemeindevertretung zum festlichen Empfang des ersten Zuges eingefunden. Auf jeder Station wurden Reden gehalten.

So konnte erst nachmittags um 14.00 Uhr der Zug von Reinheim die Rückfahrt antreten. In Eppertshausen wurde angehalten, weil hier im Ort im Gasthof Braunwarth das Festessen stattfand. Nach dem Essen wurden viele Reden gehalten, bis der Zug die Festgesellschaft wieder nach Offenbach zurück brachte.

So konnte erst nachmittags um 14.00 Uhr der Zug von Reinheim die Rückfahrt antreten. In Eppertshausen wurde angehalten, weil hier im Ort im Gasthof Braunwarth das Festessen stattfand. Nach dem Essen wurden viele Reden gehalten, bis der Zug die Festgesellschaft wieder nach Offenbach zurück brachte.

Seit dieser Zeit tat die Eisenbahn getreulich ihre Pflicht, bis das Auto ihr große Sorgen bereitete und sie schließlich fast überflüssig machte. Manche Strecke wurde unrentabel und schließlich eingestellt. Auch auf unserer Strecke fahren immer weniger Leute und daher immer weniger Züge.

Aus der Chronik der Gemeinde Eppertshausen. Mit freundlicher Genehmigung: Gemeinde Eppertshausen

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